Landkreis Heidenheim erweitert vorsorglich Behandlungskapazitäten

Das Congress Centrum Heidenheim ist als zusätzliche Versorgungseinrichtung für den Notfall betriebsbereit.

Congress Centrum Heidenheim ist als Ausweichoption betriebsbereit

Auch vor dem Landkreis Heidenheim macht die dynamische Entwicklung im Zusammenhang mit dem Coronavirus nicht halt. Die Situation wird zunehmend komplexer und herausfordernder. Dies machen die stark steigenden Fallzahlen der an Corona Infizierten auch im Landkreis deutlich. Mit Blick auf eventuelle Entwicklungen haben der Landkreis, die Stadt Heidenheim und das Klinikum Heidenheim vorausschauend weitere präventive Maßnahmen getroffen.
Das Klinikum hat sich auf die mögliche kommende Situation, eine hohe Zahl von Corona-Patienten stationär aufzunehmen, intensiv vorbereitet. So wurden nicht nur verschiebbare Operationen und Behandlungen abgesagt, sondern auch die bestehenden Abteilungsstrukturen aufgehoben. Die Umorganisation berücksichtigt die Aufteilung in stationäre COVID-Bereiche und stationäre Nicht-COVID-Bereiche. „So können wir die Grund- und Regelversorgung weiterhin sicherstellen und dabei zur Minimierung von Übertragungsrisiken strikt zwischen COVID- und Nicht-COVID-Bereichen trennen. Auch können wir so weitere Kapazitäten für COVID-Patienten bereitstellen. Dies betrifft auch die Zentrale Notaufnahme (ZNA), die in COVID-ZNA und Nicht-COVID-ZNA personell und räumlich aufgeteilt wird“, erklärt Klinik-Geschäftsführer Udo Lavendel, der an dieser Stelle allen Ärzten und dem gesamten Pflegepersonal für ihren unermüdlichen Einsatz dankt.
Die Verantwortlichen im Landkreis haben im Hinblick auf Behandlungskapazitäten jetzt schon einen Schritt weiter gedacht. So wurde in den vergangenen Tagen auf Initiative des Landrates unter der Leitung des Führungsstabes gemeinsam mit der Stadt Heidenheim, den Feuerwehren sowie Hilfsorganisationen mit Hochdruck im Congress Centrum Heidenheim (CCH) auf dem Heidenheimer Schlossberg eine zusätzliche Versorgungseinrichtung für den Notfall geschaffen. „Dies gibt uns die Möglichkeit, weitere Plätze für eine stationäre Patientenversorgung verfügbar zu haben. Dabei handelt es sich zunächst um 84 Betten, die auf 120 erweiterbar sind“, so Landrat und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Kliniken Heidenheim gGmbH Peter Polta. „Wir sind im Zeitplan und könnten bereits zum Wochenende hin die Betriebsbereitschaft herstellen. Jedoch wird das CCH vorerst im Stand-by-Modus bleiben. Voraussetzung der Inbetriebnahme ist nämlich, dass im Klinikum die Behandlungskapazitäten nicht mehr ausreichen.“
Besonders dankt Polta dem Oberbürgermeister der Stadt Heidenheim und Hausherrn des CCH, Bernhard Ilg, für den es eine Selbstverständlichkeit war, diese städtische Einrichtung für diesen humanitären Zweck zur Verfügung zu stellen und für den Aufbau und Instandsetzung der Liegenschaft als Versorgungszentrum zu sorgen. „Die aktuelle Lage trifft und betrifft uns alle gleichermaßen. Nur wer zusammensteht, kann der Situation Herr werden. Keiner weiß was morgen ist und deshalb ist es so entscheidend schnell handlungsfähig zu bleiben“, so Bernhard Ilg zur Inbetriebnahme der Ausweichoption im CCH. Sein Herzenswunsch sei es, diese Betten nie belegen zu müssen.
Auch allen weiteren Akteuren, Hilfsorganisationen und sonstigen Ehrenamtlichen, die mit ihrer kurzfristigen konzeptionellen Planung die Umsetzung der baulichen Maßnahmen und die Zurverfügungstellung der medizinischen Ausstattung realisiert haben, dankt Polta ausdrücklich. „Natürlich schauen wir jetzt gespannt auf die weiteren Entwicklungen. Mit dem CCH in unmittelbarer Nachbarschaft des Klinikums und der Corona-Ambulanz haben wir uns aber rechtzeitig und bestmöglich vorbereitet“, so Polta.